Farbraumanpassung - Rendering Intents
Um in den verschiedenen Farbräumen einen gleichbleibenden Farbeindruck zu erhalten, bedarf es einer Farbraumanpassung, bei der CIE XYZ oder CIE Lab als Referenzfarbraum fungieren. Farbwerte werden von einem Quellfarbraum in einen Zielfarbraum konvertiert. Das bedeutet, dass für eine Farbkonvertierung ICC-Profile für beide Farbräume vorliegen müssen.
Nachfolgend die gebräuchlichen Modi der Farbumwandlung - Rendering Intents (Wiedergabe-Absicht):
Perzeptiv
Mit dem perzeptivem Rendering Intent (RI) wird versucht, das optische Verhältnis zwischen Farben wahrnehmungsähnlich wiederzugeben. Dieser RI sollte eher bei einer Farbraumkonvertierung von sehr großem Quellfarbraum zu kleinem Zielfarbraum eingesetzt werden (z.B.: ProPhoto RGB zu sRGB). Optisch ist eine Entsättigung der Farben zu erleben, da sie in einen kleineren Farbraum sozusagen hineingestaucht werden (nonlineare Komprimierung). Der perzeptive RI fällt je nach CMS-Hersteller (Adobe, Apple, Heidelberg, ...) unterschiedlich aus.
Diese Farbumwandlung war bis vor kurzem noch für Europa empfohlen (Photoshop 6), sie wurde jedoch durch den RI "relativ farbmetrisch mit Tiefenkompensierung" abgelöst (siehe unten).
Absolut farbmetrisch
Farben, die innerhalb des Zielfarbumfangs liegen, bleiben unverändert. Farben außerhalb des Farbumfangs werden beschnitten. Bei dieser Methode wird versucht, die Farbgenauigkeit beizubehalten, auch wenn dies auf Kosten der Farbbeziehungen geschieht. Der Weißpunkt bleibt gleich. Die Methode eignet sich zur Simulierung einer Proofausgabe auf einem bestimmten Gerät (Digitalproof). Damit kann man beurteilen, wie gedruckte Farben durch die Papierfarbe beeinflusst werden.
Relativ farbmetrisch
Mit dieser Option wird der Weißpunkt des Quellfarbraums mit dem Weißpunkt des Zielfarbraums verrechnet und alle Farben werden entsprechend verschoben. Damit wird das Faktum berücksichtigt, dass unsere Augen immer das Weiß adaptieren, welches wir auf dem Medium sehen. Farben außerhalb des Farbbereichs werden in Richtung der ähnlichsten reproduzierbaren Farbe im Zielfarbraum verschoben. Bei der Option „relativ farbmetrisch“ bleiben mehr Originalfarben in einem Bild erhalten als bei der perzeptiven Option.
Relativ farbmetrisch mit Tiefenkompensierung
Ähnlich wie obige Renderingmethode "relativ farbmetrisch", jedoch wird eine Tiefenkompensierung für jene Farben durchgeführt, die außerhalb des Zielfarbraumes liegen (siehe Luminanzachse). Man kann sagen, dass die ausserhalb liegenden Farben perzeptiv im Zielfarbraum abgebildet werden. Diese Farbumwandlung wird derzeit für Europa empfohlen.
Sättigungsorientiert
Ähnlich wie die perzeptive Renderingmethode. Mit dieser Option wird versucht, kräftige Farben auf Kosten der Farbgenauigkeit zu erzielen. Diese Rendering-Methode ist für Geschäftsgrafiken wie Diagramme oder Tabellen geeignet, bei denen eine hohe Farbsättigung wichtiger ist, als die genaue Beziehung zwischen den Farben.





